Ausstellung: Kein Wunderland

Foto: Camay Sungu

Nein, ein Wunderland ist der Nahe Osten ganz bestimmt mit Sicherheit nicht. Doch die Sehnsucht nach Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ist in der gleichnamigen Ausstellung „Wonderland. – Wo genau tut es weh?“ – derzeit im Foyer am Franz-Mehring-Platz 1 zu sehen – allgegenwärtig. Dass diese Kunstschau von 35 israelischen und palästinensischen Künstlerinnen überhaupt zu sehen ist, grenzt selbst an ein kleines Wunder. Es haben sich dazu Menschen zusammengefunden, die nach der vorherrschenden Sicht auf den Konflikt doch eigentlich Todfeinde sein müssten.  Zwei Jahre dauerte die Konzeption der Schau, so manche Grenze musste für die Realisierung überwunden werden, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Ausstellung zeigt Werke aus 25 Jahren, dem Zeitraum zwischen 1987 bis 2012 und nähert sich doch auf so verschiedenste Weise den Zuständen in einer umkämpften Region. So zeigt eine Fotografie des Künstlers David Tartakover eine Polizistin, wie sie nach einem Anschlag im August 2001 in Jerusalem ein Baby fest in den Armen hält.

Foto: Camay Sungu

Bei dem Selbstmordattentat kommen 15 Israelis, darunter sieben Kinder, ums Leben. Selbiger Fotograf lichtet drei Jahre später eine Gruppe verzweifelte Palästinenser-Familie ab, die hinter einem Metallzaun, der durch Stacheldraht zusätzlich gesichert ist, eingesperrt wird. Ein Konflikt, der auf beiden Seiten seine unnötigen Opfer fordert.

Keiner der versammelten Künstler maßt sich an, etwas an den bestehenden Verhältnissen ändern zu können. Die Kunst dient lediglich als Fenster, um auf die sinnlose Gewalt, den Alltag und die Sehnsüchte zweier Völker aufmerksam zu machen. Noch bis zum Sonntag können die Kunstwerke im Foyer am FMP1 betrachtet werden, bevor die Ausstellung in weiteren europäischen Städten, darunter in Brüssel und Warschau, Station machen wird.

(Text: Robert D. Meyer, Fotos 1 – 7 Meyer, 8 – 11 Camay Sungu)

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